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Administrative Prozesse im Pflegedienst gezielt automatisieren

Nicht jeder Ablauf sollte automatisiert werden. Besonders geeignet sind wiederkehrende Verwaltungsabläufe mit klaren Auslösern, definierten Aufgaben und nachvollziehbaren Verantwortlichkeiten. Pflegefachliche Entscheidungen bleiben in jedem Fall beim Team.

Empfohlener erster Pilotprozess

Rückkehr aus dem Krankenhaus

Heutiges Problem

Nach der Rückkehr eines Patienten aus dem Krankenhaus müssen mehrere organisatorische Folgeaufgaben angestoßen werden – heute meist per Zuruf, Notiz oder Erinnerung einzelner Personen. Wird eine Aufgabe vergessen, fällt das oft erst später auf.

Möglicher automatisierter Ablauf

  1. 1Die Rückkehr wird an einer Stelle erfasst, etwa über ein kurzes Formular oder eine bestehende Liste.
  2. 2Ein vorher definiertes Aufgabenpaket wird automatisch erstellt.
  3. 3Jede Aufgabe erhält eine benannte Verantwortlichkeit.
  4. 4Fristen werden gesetzt und überwacht.
  5. 5Der Bearbeitungsstand ist in einer Übersicht sichtbar.
  6. 6Bei Verzögerungen wird an die zuständige Person erinnert.

Konkreter Nutzen

  • einheitlicher organisatorischer Ablauf unabhängig von der aufnehmenden Person
  • klar zugeordnete Verantwortlichkeiten
  • weniger Rückfragen im Team
  • transparente Fristen und ein nachvollziehbarer Bearbeitungsstand
  • weniger vergessene Folgeaufgaben

Klare Grenzen

  • Die Automatisierung entscheidet nicht, welche pflegerische Maßnahme erforderlich ist.
  • Sie bewertet keinen Gesundheitszustand und verändert keine Pflegeplanung.
  • Sie ersetzt kein klinisches Entlassmanagement, sondern organisiert ausschließlich interne Folgeaufgaben.
Krankenhaus-Rückkehr im Detail ansehen

Ausführlicher Ablauf, ein Beispiel für ein Aufgabenpaket und die Voraussetzungen für einen Pilot.

Weitere Verwaltungsprozesse

Diese Abläufe eignen sich ebenfalls für eine schrittweise Automatisierung. Sie werden erst betrachtet, wenn ein erster Prozess stabil läuft.

Dokumentations- und Fristenassistent

Fällige Evaluationen, auslaufende Verordnungen und offene Dokumentationen stehen in getrennten Listen. Der Überblick entsteht erst, wenn jemand aktiv nachsieht.

Automatisierter Ablauf: Freigegebene Datenquellen werden regelmäßig geprüft, fällige Vorgänge erkannt und als Aufgabe mit Frist und Verantwortlichkeit angelegt – priorisiert nach Fälligkeit.

  • Fristen werden früher sichtbar
  • kein manuelles Durchsehen mehrerer Listen
  • nachvollziehbar, wer welchen Punkt bearbeitet

Grenze: Bewertet keine fachliche Richtigkeit einer Dokumentation und entscheidet nicht über Verordnungen.

Rechnungs- und Forderungsmanagement

Offene Rechnungen und Fälligkeiten werden meist in Excel geführt und nur unregelmäßig durchgesehen. Auffälligkeiten bleiben länger unbemerkt als nötig.

Automatisierter Ablauf: Die bestehende Liste oder ein Export wird regelmäßig ausgelesen, fällige und unvollständige Einträge werden markiert und als Aufgabe mit Frist zugeordnet.

  • regelmäßige Prüfung ohne zusätzlichen Durchgang
  • auffällige Vorgänge werden früher sichtbar
  • bestehende Listen bleiben nutzbar

Grenze: Entscheidet nicht über Mahnstufen oder Kulanz und versendet nichts ohne ausdrückliche Freigabe.

Mitarbeiter-Onboarding

Dokumente, Nachweise, Einweisungen und Zugänge werden bei jedem Eintritt individuell zusammengestellt. Je nach zuständiger Person fällt der Ablauf unterschiedlich aus.

Automatisierter Ablauf: Der Eintritt wird einmal erfasst, eine einheitliche Checkliste entsteht automatisch, Aufgaben werden Rollen zugeordnet und Fristen gesetzt.

  • gleicher Ablauf für jede Einstellung
  • fehlende Nachweise werden früh erkennbar
  • klare Zuständigkeiten in der Verwaltung

Grenze: Entscheidet nicht über Eignung oder Einsatzplanung und ersetzt keine arbeitsrechtliche Prüfung.

Aufgaben- und Qualitätsdashboard

Aufgaben aus verschiedenen Abläufen liegen in E-Mails, Notizen und einzelnen Listen. Eine gemeinsame Sicht auf offene und überfällige Punkte fehlt.

Automatisierter Ablauf: Aufgaben aus den automatisierten Abläufen werden an einer Stelle zusammengeführt, nach Dringlichkeit sortiert und mit Status und Verantwortlichkeit angezeigt.

  • eine gemeinsame Sicht statt verteilter Listen
  • schneller Überblick für die Leitung
  • Grundlage für die Bewertung eines Pilotprozesses

Grenze: Bewertet keine Pflegequalität und keine Mitarbeitendenleistung und ersetzt kein Qualitätsmanagementsystem.

Wie ein Pilot abläuft

Jeder Use Case beginnt mit einem klar abgegrenzten Prozess, der kontrolliert getestet und anschließend bewertet wird.

Prozesskosten für Ihren Prozess berechnen

Der Prozesskosten-Rechner zeigt den heutigen Zeit- und Kostenaufwand eines einzelnen Prozesses – ohne Annahmen zum Automatisierungspotenzial.